The Sinking City 2 ist da: Arkham versinkt im Lovecraft-Horror

Frogwares schickt uns wieder in den kosmischen Horror. The Sinking City 2 ist seit dem 18. August 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich. Wer beim Namen allerdings einfach eine größere Version des ersten Teils erwartet, dürfte überrascht werden. Das Studio hat die Ausrichtung deutlich verändert und aus dem stark auf Ermittlungen ausgelegten Vorgänger ein waschechtes Third-Person-Survival-Horror-Spiel gemacht.
Arkham steht unter Wasser
Schauplatz ist diesmal Arkham in den 1920er-Jahren. Die Stadt wird von einer übernatürlichen Flut heimgesucht, Straßen stehen unter Wasser und zwischen heruntergekommenen Gebäuden, dunklen Kneipen und verlassenen Einrichtungen warten Dinge, denen man besser nicht ohne genügend Munition begegnet. Einige Bereiche werden zu Fuß erkundet, andere mit einem Boot erreicht.
Im Mittelpunkt steht der neue Protagonist Calvin Rafferty. Nach einem missglückten Ritual liegt seine Partnerin Faye Bennett in einem übernatürlichen Koma, während ihre Seele in den sogenannten Dreamlands gefangen ist. Calvin versucht herauszufinden, wie er sie zurückholen kann – und gerät dabei immer tiefer in das, was hinter der Katastrophe von Arkham steckt.
Der erste Teil ist dafür übrigens keine Pflichtlektüre. PC Gamer zufolge beschränken sich die direkten Verbindungen größtenteils auf kleinere Anspielungen und Easter Eggs. Auch spielerisch unterscheidet sich der Nachfolger deutlich von seinem Vorgänger.
Munition zählen statt Verdächtige verhören
Frogwares setzt diesmal stärker auf klassische Survival-Horror-Mechaniken. Munition und Heilmittel sind begrenzt, das Inventar bietet nur begrenzten Platz und gefundene Ressourcen können zum Herstellen neuer Gegenstände verwendet werden. Dazu kommen verschlossene Bereiche, Rätsel, Abkürzungen und das typische Zurückkehren in bereits erkundete Gebiete.
Auch die Kämpfe haben deutlich mehr Gewicht bekommen. Zu den Gegnern gehören unter anderem sogenannte Slither, wurmartige Kreaturen, die sich in Leichen einnisten und diese wieder in Bewegung setzen können. Einfach jeden Gegner umzuschießen, kann deshalb schnell teuer werden. Munition, Heilung und Platz im Inventar wollen gegeneinander abgewogen werden.
Ganz verschwunden ist die Detektivarbeit allerdings nicht. Optionale Untersuchungen können zusätzliche Vorräte, bessere Waffen oder neue Wege durch ein Gebiet freischalten. Für die Hauptgeschichte sind diese Fälle jedoch nicht zwingend erforderlich. Das frühere Kernelement der Serie wird damit eher zu einem Werkzeug innerhalb des Survival-Horrors.
Deutlich näher an Resident Evil und Silent Hill
Die neue Richtung ist kaum zu übersehen. Sowohl GamesRadar als auch PC Gamer ziehen Vergleiche zu modernen Resident-Evil- und Silent-Hill-Spielen. Safe Rooms, Itemboxen, ein begrenztes Inventar, verschachtelte Gebiete und das erneute Durchqueren bereits bekannter Räume gehören jetzt wesentlich stärker zum Spielablauf.
Dabei scheint Frogwares einige Altlasten des Vorgängers bewusst hinter sich gelassen zu haben. Das Stealth-System ist verschwunden, ebenso die frühere Sanity-Anzeige. Auch die große offene Welt musste kompakteren, voneinander abgegrenzten Gebieten weichen. Gerade für Spieler, denen im ersten Teil die eigentlichen Ermittlungen wichtiger waren als die Kämpfe, ist das eine ziemlich grundlegende Veränderung.
Dafür soll der Horror stärker funktionieren. GamesRadar beschreibt vor allem die knappen Ressourcen und das Backtracking als gelungen und lobt, dass bekannte Gebiete beim erneuten Betreten nicht einfach unverändert bleiben. PC Gamer sieht ebenfalls Fortschritte beim Kampfsystem und bei der kompakteren Struktur, kritisiert allerdings, dass einige Ideen zu schnell wieder verschwinden und das Ende recht abrupt komme.
Interessanter Neustart statt sicherer Fortsetzung
Damit ist The Sinking City 2 fast eher eine Neuerfindung als eine klassische Fortsetzung. Das Lovecraft-Thema, die überflutete Stadt und einige Ermittlungsmechaniken sind geblieben, spielerisch schlägt Frogwares aber eine deutlich andere Richtung ein.
Für Fans von Survival Horror dürfte genau das interessant sein. Wer gerne jeden Schuss zweimal überlegt, Inventarplätze freiräumt und noch einmal durch einen dunklen Krankenhausflur zurückmuss, weil irgendwo hinter einer verschlossenen Tür vielleicht die dringend benötigte Munition liegt, bekommt hier offenbar wesentlich mehr davon als im Vorgänger.
Wer dagegen vor allem wegen der Detektivarbeit und der offenen Spielwelt in The Sinking City unterwegs war, sollte wissen, dass diese Elemente diesmal klar in den Hintergrund rücken.
The Sinking City 2 ist seit dem 18. August für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich. Auf dem PC verlangt das Spiel laut Steam 70 GB freien Speicherplatz und eine SSD. Deutsche Texte und Untertitel werden unterstützt, die vollständige Sprachausgabe ist allerdings Englisch.