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Gaming News

NOSTRA: Deutsches Indie-JRPG auf der Gamescom 2026

NOSTRARunecraft Studios
Offizielle Key Art zu NOSTRA: Eine fünfköpfige Abenteurergruppe – Magierin, Ritter, Bogenschützin, Speerkämpfer mit weißem Wolf – steht vor einem leuchtend violetten Portal, aus dem ein dunkler gehörnter Ritter mit Flammenschwert hervortritt, im Hintergrund ein Sonnenuntergang über dem Meer.
Offizielle Key Art zu NOSTRA (Runecraft Studios)

Zwischen all den großen Neuankündigungen und bekannten Studios gehen kleinere Spiele ziemlich schnell unter. Genau deshalb möchte ich euch heute einmal NOSTRA vorstellen. Ein deutsches Indie-RPG, hinter dem mit Runecraft Studios ein noch ziemlich junges Studio steckt – beziehungsweise hauptsächlich ein Entwickler, der sich für sein erstes Spiel eine ganze Menge vorgenommen hat.

NOSTRA soll 2027 für den PC erscheinen und ist bereits auf Steam zu finden. Wer klassische JRPGs, Pixelgrafik und rundenbasierte Kämpfe mag, könnte hier durchaus etwas Interessantes für die Wunschliste finden.

Eine klassische Fantasy-Welt – aber mit eigenen Ideen

Namensgeber des Spiels ist der Inselkontinent Nostra. Drei Königreiche teilen sich das Land: Calum, Dorneval und Vargheim. Zwischen den Reichen herrscht zwar Frieden, so richtig stabil scheint die Situation allerdings nicht zu sein.

Dazu tauchen plötzlich unbekannte Portale auf, Kreaturen verändern sich und irgendwo im Hintergrund scheint etwas vorzugehen, das mit den üblichen Streitigkeiten zwischen Königreichen eher wenig zu tun hat.

Unsere Reise startet dabei angenehm klein. Wir beginnen nicht direkt als großer Weltenretter, sondern verlassen zunächst unser Heimatdorf und werden nach und nach in die Ereignisse hineingezogen.

Ich mag solche Einstiege eigentlich ganz gerne. Gebt mir erst einmal Zeit, eine Welt kennenzulernen, bevor ihr sie zehn Minuten später schon wieder vernichten wollt.

Beim eigentlichen Gameplay setzt NOSTRA auf ein Party-basiertes und rundenorientiertes Kampfsystem. Ganz gemütlich Attacke auswählen und anschließend zurücklehnen soll allerdings nicht immer funktionieren. Positionierung und Ressourcen spielen eine Rolle, dazu kommen Mechaniken wie Boost, Ward und Runic Power sowie ein Parier-System.

Gerade Letzteres bringt ein wenig Timing in die ansonsten rundenbasierten Kämpfe.

Auch beim Loot scheint sich Runecraft eher bei Action-RPGs umzusehen. Gegenstände können unterschiedliche Seltenheiten, zufällige Werte, Präfixe und Suffixe besitzen. Sets, Sockel, Edelsteine und Runen gehören ebenfalls zu den geplanten beziehungsweise bereits entwickelten Systemen.

Da steckt für Leute, die gerne an ihrer Ausrüstung herumoptimieren, möglicherweise einiges drin.

RPG Maker als Basis – aber stark erweitert

NOSTRA basiert auf RPG Maker MZ. Das ist für sich genommen heute erst einmal nichts Besonderes – schließlich arbeiten die meisten Spiele auf irgendeiner bestehenden Engine oder technischen Grundlage.

Interessanter finde ich, was Runecraft daraus gemacht hat.

Mit der NeoEngine wurde der RPG Maker offenbar ziemlich weit über seinen Standard hinaus erweitert. Runecraft entwickelt dafür eine große Anzahl eigener Plugins und Systeme, mit denen viele typische Grenzen des Baukastens umgangen oder ersetzt werden.

Dazu gehören unter anderem dynamische Beleuchtung, Wetter, Tag und Nacht, Pixelbewegung, räumliches Audio, NPC-Tagesabläufe, eigene Benutzeroberflächen und umfangreiche Anpassungen am Kampfsystem.

Sogar ein eigener Editor wurde entwickelt, mit dem sich Teile der Spielwelt während des laufenden Spiels bearbeiten lassen.

Und genau das finde ich an der technischen Seite von NOSTRA spannend. Nicht, dass als Grundlage der RPG Maker verwendet wird, sondern wie stark Runecraft diese Grundlage inzwischen an das eigene Spiel angepasst hat. Statt sich einfach mit den vorhandenen Möglichkeiten zufriedenzugeben, wurde mit der NeoEngine praktisch eine zusätzliche technische Ebene geschaffen, die NOSTRA deutlich vom typischen RPG-Maker-Projekt abheben soll.

Hinter Runecraft steckt hauptsächlich ein Entwickler

Runecraft Studios sitzt in Rheinland-Pfalz und wurde von Gökhan „Neo” Cirag gegründet. Bei NOSTRA übernimmt er unter anderem Game Design, Programmierung und Engine-Entwicklung, Story, Musik und Projektmanagement.

Ein klassisches größeres Entwicklerteam steckt also nicht hinter dem Spiel.

Ganz alleine entsteht NOSTRA trotzdem nicht. Für Pixelgrafiken, Animationen, Tilesets und andere Assets arbeitet Runecraft mit verschiedenen Freelancern zusammen. Auf der eigenen Webseite werden beispielsweise GeraVolva, Boomstick, macapixel und Outstandly genannt.

Was mir dabei gefällt: Runecraft versucht gar nicht erst, daraus irgendeinen geheimnisvollen Entwicklungsprozess zu machen. Auf der Webseite gibt es ziemlich detaillierte Einblicke darin, wer woran arbeitet und wie das Spiel entsteht.

Das betrifft auch ein Thema, bei dem andere Entwickler inzwischen gerne etwas leiser werden.

Ja, bei NOSTRA wird auch KI eingesetzt

Auf Steam ist der Einsatz generativer KI entsprechend gekennzeichnet.

Laut Runecraft kommen KI-Werkzeuge unter anderem bei ausgewählten Hintergrundgrafiken, Environment-Art und Konzeptzeichnungen zum Einsatz. Genannt werden beispielsweise Higgsfield und PixelLab. Bei Teilen der Musikproduktion wird außerdem Suno unterstützend verwendet.

Charaktere, Sprites und wichtige Spielassets sollen dagegen von den beteiligten Künstlern erstellt werden. Eine generative KI, die während des Spielens neue Inhalte erzeugt, soll es ebenfalls nicht geben.

Wie man grundsätzlich zum KI-Einsatz bei Spielen steht, muss jeder für sich entscheiden. Mir ist bei so etwas vor allem wichtig, dass ein Entwickler offen damit umgeht. Genau das macht Runecraft hier zumindest.

Impressionen

Mehr als 50 Stunden sind geplant

Beim Umfang stapelt Runecraft nicht gerade tief.

Für das fertige Spiel werden derzeit mehr als 50 Stunden Spielzeit angepeilt. Dazu sollen mehrere Charakterklassen, unterschiedliche Entwicklungswege, Dungeons, Open-World-Events, Crafting und weitere Systeme kommen.

Ein Teil davon steht allerdings noch auf der Roadmap.

Deshalb würde ich die Angaben momentan auch genau so behandeln: als Plan. NOSTRA befindet sich schließlich noch mitten in der Entwicklung und bis zum geplanten Release 2027 kann sich einiges ändern.

Interessant ist die Richtung trotzdem. Gerade die Mischung aus klassischem JRPG, taktischen Kämpfen und einem wesentlich umfangreicheren Itemsystem könnte NOSTRA von vielen anderen Pixel-RPGs abheben.

Auf der Gamescom könnt ihr NOSTRA selbst ausprobieren

Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, weshalb ich den Artikel gerade jetzt veröffentlichen wollte.

NOSTRA wird vom 26. bis 30. August 2026 auf der Gamescom in Köln spielbar sein.

Runecraft findet ihr im Bereich Home of Indies in Halle 10.2 am Stand E010 / D011.

Die Messe-Demo soll euch unter anderem durch Grünthal Village, die Woods of Alyria und eine Kathedrale führen. Damit dürfte man schon einen ganz brauchbaren Eindruck davon bekommen, wie sich die verschiedenen Systeme tatsächlich spielen.

Und hier habe ich auch eine kleine Bitte an diejenigen von euch, die am Wochenende auf der Gamescom unterwegs sind:

Schaut ruhig einmal bei Runecraft vorbei.

Bei den riesigen Hallen, Messeständen und Publishern übersieht man solche kleinen Projekte schnell. Dabei sind es gerade die Indie-Stände, an denen man Spiele finden kann, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat.

Also spielt dort ruhig eine Runde NOSTRA, quatscht mit dem Entwickler und sagt ihm anschließend auch, was euch gefallen hat und wo es vielleicht noch hakt. Genau dafür nimmt man schließlich eine frühe Version mit auf eine Messe.

Wenn jemand von euch dort gewesen ist, würde mich übrigens wirklich interessieren, wie euer Eindruck war.

Nach der Gamescom soll eine größere Demo kommen

Wer dieses Jahr nicht nach Köln fährt, muss wahrscheinlich trotzdem nicht bis 2027 warten.

Nach der Gamescom plant Runecraft eine erweiterte Steam-Demo. Das Feedback der Messebesucher soll vorher noch ausgewertet und teilweise in diese Version eingearbeitet werden.

Auch für Content Creator sieht es interessant aus. Runecraft möchte die Demo ausgewählten Creatorn bereits vor der öffentlichen Veröffentlichung zur Verfügung stellen. Streams und Videos sollen erlaubt sein und dürfen laut Studio auch monetarisiert werden.

Ich werde das definitiv weiter beobachten. NOSTRA wäre durchaus ein Kandidat, den ich mir irgendwann auch einmal im Stream anschauen würde.

Bis dahin könnt ihr dem Projekt vor allem mit einer Sache helfen: Wenn euch das bisher Gezeigte gefällt, setzt NOSTRA bei Steam auf eure Wunschliste.

Für ein kleines Indie-Studio ist so ein Klick deutlich wertvoller, als man vielleicht denkt.

NOSTRA und Runecraft Studios im Netz