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Calvar – The Darkest Gate: Deutscher Indie-Horror

Calvar – The Darkest GateCalvar Games
Szene aus Calvar – The Darkest Gate: Ein verkohltes, dämonisches Wesen beugt sich über einen verlassenen Flügel in einer düsteren Umgebung, daneben das Logo von Calvar Games.
Offizielles Wallpaper zu Calvar – The Darkest Gate (Calvar Games)

Calvar – The Darkest Gate ist für mich nicht einfach irgendein neues Horrorspiel, das plötzlich auf Steam aufgetaucht ist. Ich verfolge das Projekt tatsächlich schon seit seinen ziemlich frühen Anfängen.

Bereits im August 2024 hatte mich Dominic Walter von Calvar Games kontaktiert und mir eine frühe Demo zur Verfügung gestellt, die damals im Rahmen des Kickstarter-Projekts entstanden war. Diese Version habe ich anschließend auch bei mir im Livestream gespielt.

Den Stream findet ihr heute allerdings nicht mehr auf meinem Kanal. Der Grund ist relativ simpel: Das Spiel hat sich seit dieser frühen Version so stark verändert, dass der damalige Build das heutige Calvar kaum noch sinnvoll repräsentiert.

Später habe ich auch die öffentliche Steam-Demo zumindest kurz angespielt und zuletzt wieder bei einer Closed Beta hineingeschaut. Dadurch konnte ich das Projekt inzwischen durch mehrere Entwicklungsphasen verfolgen.

Und seit der ersten Version hat sich wirklich einiges getan.

Was ist Calvar – The Darkest Gate?

Calvar – The Darkest Gate ist ein psychologisches Survival-Horrorspiel aus der Ego-Perspektive. Entwickelt wird es von Calvar Games, einem kleinen deutschen Zwei-Mann-Team. Entwickler und Publisher sind auf Steam beide als Calvar-Games eingetragen. Das Spiel entsteht mit der Unreal Engine 5 und ist bislang für PC über Steam angekündigt. (Steam)

Wir übernehmen die Rolle von Leonard Valentin, der auf der Suche nach seiner verschwundenen Frau Tatjana zu einem abgelegenen Haus mit Leuchtturm zurückkehrt, in dem die beiden früher gemeinsam gelebt haben.

Von dort führt ihn die Suche immer tiefer in eine Geschichte rund um zerbrochene Erinnerungen, Experimente und eine geheimnisvolle Anstalt.

In verlassenen Behandlungsräumen und unterirdischen Bereichen stößt Leonard auf Hinweise darauf, dass hier einiges gewaltig schiefgelaufen ist. Gleichzeitig beginnt seine Wahrnehmung immer unzuverlässiger zu werden.

Realität, Erinnerungen und Halluzinationen sollen zunehmend ineinander übergehen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem eine geheimnisvolle Entität namens Calvar. Was davon wirklich real ist und was nur in Leonards Kopf stattfindet, scheint bewusst Teil des Rätsels zu sein. (Steam)

Zum Glück nicht nur Taschenlampe und dunkle Flure

Bei psychologischem Indie-Horror denkt man inzwischen fast automatisch an Taschenlampe, dunklen Gang, Tür öffnen und anschließend darauf warten, dass direkt hinter einem irgendein Geräusch abgespielt wird.

Calvar möchte spielerisch etwas mehr bieten.

Neben der Erkundung gehören Rätsel, Untersuchungen und versteckte Hinweise zum Spiel. Ressourcen sollen begrenzt sein, Inventarverwaltung spielt ebenfalls eine Rolle und es gibt richtige Gegner sowie Bossbegegnungen.

Die einzelnen Gebiete sollen zudem miteinander verbunden sein und nicht einfach nur aus voneinander getrennten Horror-Kulissen bestehen. Steam beschreibt eine zusammenhängende Spielwelt, in der auch die Erkundung einen größeren Stellenwert bekommt. (Steam)

Das gefällt mir als Ansatz deutlich besser als ein reiner Walking Simulator. Horror funktioniert für mich einfach besser, wenn ich mich tatsächlich mit der Umgebung beschäftigen muss und nicht nur von einer geskripteten Szene zur nächsten geschickt werde.

Das Nurse Event wurde komplett überarbeitet

Ein ziemlich aktuelles Beispiel dafür, wie stark Calvar Games noch an bestehenden Inhalten arbeitet, findet sich im offiziellen Discord.

Das sogenannte Nurse Event wurde inzwischen komplett überarbeitet.

In der bisherigen Version konnte die Krankenschwester hinter dem Spieler beziehungsweise an einem Tor hängen bleiben. Zusätzlich gab es ein etwas kurioses Problem: Eigentlich sollte die Nurse auch mit Waffen getötet werden können – nur gab es in diesem Bereich gar keine Waffen, die der Spieler dafür hätte finden können.

Man hätte nun natürlich einfach irgendwo eine Waffe platzieren können.

Calvar Games hat sich stattdessen dafür entschieden, die Begegnung umzubauen.

Die Nurse lässt sich künftig über die Umgebung ausschalten. Das dafür benötigte Gerät wird gleichzeitig in die Geschichte eingebunden. Über ein Dokument erfahren Spieler mehr über die dunklen Vorgänge rund um den betreffenden Zwischenfall und erhalten weitere Hinweise darauf, was dort eigentlich passiert ist.

Genau solche Änderungen finde ich interessant. Aus einem Problem wird nicht einfach nur ein Bugfix, sondern die komplette Situation wird noch einmal spielerisch und erzählerisch überarbeitet.

Die neue Version des Nurse Events soll zusammen mit weiteren Änderungen, Features und Verbesserungen in der nächsten Beta getestet werden. Laut Calvar Games basiert die Überarbeitung dabei auch auf dem Feedback der bisherigen Tester.

Quelle für diesen Abschnitt: „Dev Log – Nurse Event Reworked” aus dem offiziellen Calvar-Games-Discord.

Von der Kickstarter-Demo bis zur heutigen Version

Die Entwicklung von Calvar lässt sich mittlerweile ziemlich weit zurückverfolgen.

Bei der ersten Kickstarter-Kampagne kamen von 29 Unterstützern 1.203 Euro zusammen. Das ursprüngliche Ziel lag bei 1.000 Euro.

Bei einer zweiten Kampagne erreichte Calvar Games später mit 51 Unterstützern weitere 7.033 Euro bei einem Ziel von 7.000 Euro. Insgesamt kamen über beide Kampagnen damit 8.236 Euro zusammen. (Kicktraq)

Genau in diese Phase fällt auch meine erste Begegnung mit dem Spiel. Im August 2024 hatte ich bereits die damalige Kickstarter-Demo im Livestream gespielt.

Am 23. September 2024 folgte schließlich die öffentliche Demo auf Steam. (Steam)

Im Juni 2026 nahm Calvar dann auch am Steam Next Fest teil. Die Demo wurde dafür weiter überarbeitet und erhielt unter anderem neue beziehungsweise angepasste Bereiche sowie technische Verbesserungen.

Parallel dazu läuft eine Closed Beta. Auch dort wird weiterhin an Gameplay, Performance, Quests, Speichersystem und anderen Teilen des Spiels gearbeitet.

Bei der letzten Beta konnte ich selbst wieder hineinschauen. Gerade wenn man noch die frühe Kickstarter-Version im Kopf hat, merkt man ziemlich deutlich, wie weit sich das Projekt seitdem verändert hat.

Wer steckt hinter Calvar Games?

Calvar Games beschreibt sich selbst als deutsches Indie-Horror-Studio und Zwei-Mann-Team. Der Schwerpunkt liegt auf atmosphärischem Horror, Storytelling, Erkundung und Sounddesign.

Im offiziellen Impressum wird Dominic Walter aus Leipzig als Inhaber genannt. Rechtlich handelt es sich aktuell um ein Einzelunternehmen. (Calvar Games)

Wer dauerhaft als zweiter Entwickler zum Team gehört, wird auf den offiziellen Seiten, die ich finden konnte, nicht eindeutig genannt. Deshalb lasse ich den Namen an dieser Stelle lieber offen.

Die Kickstarter-Kampagnen liefen ebenfalls unter Calvar Games beziehungsweise Dominic Walter.

Calvar Games selbst spricht inzwischen von mehr als 5.500 Followern über die verschiedenen Kanäle hinweg. Das ist allerdings eine Eigenangabe des Studios und keine unabhängig überprüfte Zahl. (Calvar Games)

Warum mich solche deutschen Indie-Projekte interessieren

Bei Calvar kommt für mich noch ein persönlicher Punkt dazu.

Ich unterstütze generell ziemlich gerne Indie-Entwickler aus Deutschland. Nicht, weil ich deshalb jedes deutsche Spiel automatisch gut finden muss, sondern weil ich spannend finde, was kleine Teams hierzulande teilweise auf die Beine stellen.

Mittlerweile hat das für mich sogar noch einmal eine andere Bedeutung bekommen, da ich selbst gerade an einem eigenen Spiel arbeite.

Wenn man sich plötzlich selbst mit Game Design, Levelaufbau, Performance, Assets und all den anderen Baustellen beschäftigt, die hinter einem Spiel stecken, schaut man auf solche Projekte noch einmal mit etwas anderen Augen.

Und ich würde mir durchaus wünschen, dass die deutsche Game-Dev-Szene in Zukunft noch ein gutes Stück größer und sichtbarer wird.

Wenn ich mit ashburnlp.de oder meinen anderen Kanälen dazu beitragen kann, interessante deutsche Indie-Projekte ein wenig mehr ins Rampenlicht zu rücken, mache ich das gerne.

Das bedeutet aber eben auch nicht, dass es dafür automatisch eine positive Bewertung gibt. Am Ende muss sich auch Calvar daran messen lassen, was tatsächlich spielbar auf dem Bildschirm landet.

Unreal Engine 5 und ziemlich kräftige Anforderungen

Calvar entsteht mit der Unreal Engine 5.

Die derzeit auf Steam angegebenen Hardware-Anforderungen sind für ein kleines Indie-Horrorspiel allerdings nicht gerade niedrig.

Als Minimum werden unter anderem 16 GB RAM und eine GTX 1660, RTX 2060 oder Radeon RX 5600 XT genannt.

Empfohlen werden bereits 32 GB RAM und eine RTX 3080 beziehungsweise Radeon RX 6800 XT. Dazu sollen rund 70 GB Speicherplatz benötigt werden. (Steam)

Gerade eine RTX 3080 als Empfehlung ist schon eine Hausnummer.

Da sich Calvar noch mitten in der Entwicklung befindet, würde ich diese Anforderungen momentan aber nicht unbedingt als endgültig betrachten. Bei Optimierung und Performance kann sich bis zur fertigen Version noch einiges verändern.

In den öffentlichen Devlogs zeigt Calvar Games außerdem regelmäßig Arbeiten am Spiel. Dazu gehören beispielsweise das Kampfsystem mit einer Axt, verschiedene Levelbereiche, Übergänge und Bossgegner.

Wer sich nicht nur für das fertige Spiel, sondern auch etwas für dessen Entwicklung interessiert, findet auf dem YouTube-Kanal daher deutlich mehr Material als nur Trailer.

KI-Stimmen werden offen angegeben

Ein Punkt fällt auf der Steam-Seite ebenfalls auf: Calvar Games gibt dort den Einsatz generativer KI an.

Bestimmte Dialogzeilen wurden laut Entwickler mit vorproduzierten KI-generierten Stimmen erstellt. Während des Spielens findet keine laufende KI-Generierung statt und Spieler erzeugen ebenfalls keine entsprechenden Inhalte. (Steam)

Bei einem Zwei-Mann-Team überrascht mich der Einsatz solcher Werkzeuge inzwischen ehrlich gesagt nicht sonderlich.

Entscheidend wird am Ende eher sein, ob es funktioniert.

Gerade bei einem atmosphärischen Horrorspiel kann eine Stimme, die nicht zur Szene passt, schließlich schneller die Stimmung zerstören als jedes Monster.

Kommt Calvar auch auf Deutsch?

Das ist momentan noch nicht eindeutig.

Auf der aktuellen Steam-Seite ist ausschließlich Englisch für Oberfläche, Sprachausgabe und Untertitel angegeben. (Steam)

In früheren Informationen rund um die Demo waren weitere Übersetzungen noch geplant. Solange Deutsch allerdings nicht wieder offiziell auf der Seite auftaucht, würde ich eine deutsche Lokalisierung nicht als bestätigt ansehen.

Gerade bei einem storylastigen Spiel mit Dokumenten und versteckten Hinweisen wäre eine deutsche Übersetzung natürlich durchaus wünschenswert.

Wann erscheint Calvar – The Darkest Gate?

Beim Veröffentlichungszeitraum gibt es derzeit noch eine kleine Unklarheit.

In älteren Steam-Daten und bei SteamDB taucht weiterhin Oktober 2026 auf. Auf der aktuellen Steam-Seite steht inzwischen allerdings nur noch „Coming soon”. (SteamDB | Steam)

Oktober würde ich deshalb momentan nicht mehr als festen Releasetermin betrachten.

Ob sich das Spiel tatsächlich verschoben hat oder Calvar Games den Zeitraum lediglich vorerst entfernt hat, wurde bislang nicht eindeutig bestätigt.

Auch ein Verkaufspreis ist noch nicht bekannt.

Bestätigt ist momentan ausschließlich die Veröffentlichung für PC über Steam. Versionen für PlayStation oder Xbox wurden bisher nicht offiziell angekündigt.

Wo findet ihr Calvar Games?

Wer die weitere Entwicklung verfolgen oder selbst einmal in die Demo schauen möchte, findet Calvar Games mittlerweile auf mehreren Plattformen.

Gerade das Media Kit dürfte für andere Creator und Webseiten interessant sein. Dort stellt Calvar Games offizielle Screenshots, Logos, Wallpaper und weiteres Material für Berichterstattung und Content Creation zur Verfügung.

Einen offiziellen TikTok-, X-/Twitter- oder Facebook-Kanal konnte ich aktuell nicht eindeutig dem Studio zuordnen. Bevor ich hier irgendeinen Account nur aufgrund eines passenden Namens verlinke, lasse ich diese lieber weg.

Ich werde weiter durch das Tor schauen

Ich kenne Calvar inzwischen von einer ziemlich frühen Kickstarter-Demo aus dem August 2024, habe später die Steam-Demo ausprobiert und konnte auch bei der letzten Closed Beta wieder hineinschauen.

Das heutige Spiel hat mit dieser allerersten Version nur noch bedingt etwas zu tun.

Das ist natürlich noch keine Garantie dafür, dass daraus am Ende automatisch ein gutes Horrorspiel wird. Dafür befindet sich Calvar noch zu sehr in Entwicklung und gerade bei einem kleinen Zwei-Mann-Team sollte man seine Erwartungen realistisch halten.

Interessant finde ich aber, dass offenbar nicht einfach nur neue Räume und Monster hinzugefügt werden.

Bestehende Begegnungen werden wieder angefasst und teilweise grundlegend verändert. Das aktuelle Nurse Event ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel.

Dazu kommt für mich eben auch der Wunsch, kleine Entwickler aus Deutschland etwas sichtbarer zu machen. Gerade jetzt, wo ich selbst erste Erfahrungen mit der Entwicklung eines eigenen Spiels sammle, weiß ich solche Projekte noch einmal etwas anders einzuschätzen.

Ich werde daher auf jeden Fall weiter verfolgen, was Dominic und Calvar Games aus The Darkest Gate machen.

Wer selbst einen Blick riskieren möchte, kann die aktuelle Demo kostenlos auf Steam ausprobieren. Wer näher an der Entwicklung dran sein möchte, sollte vor allem im offiziellen Discord und auf YouTube vorbeischauen.